Die Jeetze(l)talbahn - Süd
 

 

Geschichte: Die Bahnstrecke Salzwedel-Oebisfelde nahm am 1. Novemver 1889 ihren Betrieb auf. 1929/30 befuhren laut damaligem Kursbuch an Werktagen fünf Personenzugpaare die Strecke. Die Reisezeit betrug rund 120 Minuten.
1975 wurde die Strecke als KBS 764 im Kursbuch der Deutschen Reichsbahn geführt, als Teil der Strecke Haldensleben–Salzwedel. An Werktagen befuhren nun sieben Zugpaare die Strecke, für die sie nunmehr etwa 100 Minuten brauchten. Die meisten Züge fuhren lokbespannt, während einzelne Züge schon mit Schienenbussen der Baureihe VT 2.09 gefahren wurden. Der Güterverkehr war zu DDR-Zeiten rege. Alle Bahnhöfe an der Strecke wiesen Ladestraßen auf. Kreuzungsmöglichkeiten waren ebenfalls an jedem Bahnhof vorhanden. Ab 1966 verkehrten die Personenzüge der Verbindung Salzwedel–Badel ebenfalls über Salzwedel-Altstadt, um dann am Abzweig Jeetze über ein etwa ein Kilometer langes Stück Neubaustrecke Richtung Badel zu fahren. 1980 wurde diese Verbindung stillgelegt.
Nach der politischen Wende wurde im Personenverkehr ein Zwei-Stunden-Takt eingeführt, so dass an Werktagen bis zu neun Personenzugpaare die Strecke befuhren, dazu ein Zugpaar Salzwedel–Klötze, das dem Berufsverkehr diente. Die Reisezeit betrug 1999 planmäßig 86 oder 92 Minuten; gekreuzt wurde in Klötze. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 50 km/h, die Durchschnittsgeschwindigkeit bestenfalls 41 km/h.
Die Reisendenzahlen nahmen stets weiter ab, nicht zuletzt, weil die ohnehin dünn besiedelte Gegend weiter an Einwohnern verlor. Auch Rationalisierungsmaßnahmen, wie drastische Rückbauten von Gleisen in den Bahnhöfen, führten zu keiner besseren Lage. Schließlich wurde ein durch die Verbreiterung des Mittellandkanals erforderlicher, sechs Millionen Euro teurer Brückenneubau südlich von Buchhorst der Strecke zum Verhängnis, so dass der Personenverkehr zum 29. September 2002 vom Land Sachsen-Anhalt abbestellt wurde. Der Güterverkehr war bereits kurz vorher im Zuge des Rationalisierungsprogramms MORA C zum Erliegen gekommen. Zum 31. Dezember 2001 wurde den letzten Güterkunden gekündigt. Auf Antrag der Deutschen Bahn AG wurde die Strecke zum 31. Oktober 2004 stillgelegt.
Die Deutsche Regionaleisenbahn GmbH (DRE) nahm daraufhin Verhandlungen zur Übernahme der Strecke sowie der ebenfalls stillgelegten Strecke Salzwedel–Geestgottberg auf. Sie pachtete die Strecke schließlich am 1. Januar 2007 im stillgelegten Zustand zur Trassensicherung. Aufgrund der Verbreiterung des Mittellandkanals kam ein kostspieliger Brückenneubau nicht mehr in Frage. Da auch die Anliegerkommunen entlang des 28 Kilometer langen Streckenabschnitts Klötze–Oebisfelde kein Interesse am Schienenverkehr zeigten, wurden die Gleise hier von der DRE im Jahr 2008 entfernt. Die Trasse bleibt jedoch als Eisenbahnverkehrsfläche gewidmet, sodass eine Streckenreaktivierung möglich ist.
Im August 2014 begann die DRE mit dem Freischneidearbeiten und der Beseitigung vorhandener Oberbaumängel zwischen Salzwedel und Klötze. Die ursprünglich geplanten Fahrten anlässlich des Martinimarkt in Klötze konnten allerdings infolge der Entgleisung eines Messfahrzeuges nicht stattfinden. Nach erfolgter Betriebsfreigabe pendelte am Sonntag, dem 7. Dezember 2014, erstmals nach zwölf Jahren ein Triebwagen der Ostdeutschen Eisenbahn dreimal zwischen dem Bahnhof Salzwedel Altstadt und Klötze. Weitere Sonderfahrten zwischen Salzwedel und Klötze fanden am 13. Dezember 2015 statt.
 
Quelle: Wikipedia > Bahnstrecke Oebisfelde-Salzwedel, Stand 8.2.2016

 

Streckenkarte Jeetzelta(l)bahn Südteil

Streckenkarte der Jeetzeltalbahn - Süd (Streckenlänge 59,2 km)
 
 
Triebwagensonderfahrten zum Martinimarkt 2019 fallen aus !!!
 

Große Enttäuschung beim Förderverein Jeetze(l)talbahn: Die Sonderfahrten zum Klötzer Martinimarkt können nicht stattfinden. Das Landesverkehrsministerium hat dem Streckenpächter, der Deutschen Regionaleisenbahn (DRE) , den Bahnverkehr auf der Strecke wegen verschiedener Oberbaumängel untersagt. Das Schreiben des Ministeriums wurde erst am vergangenen Dienstag abgeschickt, so dass die genannten Mängel nicht bis zum Wochenende behoben werden können. Thorsten Hensel vom Förderverein: " Die Bahnfahrten waren dem Land bereits seit drei Monaten durch unseren Förderantrag bei der Nahverkehrsservice GMBH (NASA) bekannt. Es ist völlig unverständlich, dass das Verkehrsministerium erst wenige Tage vor dem Fahrtermin dem Betrieb untersagt und damit eine Beseitigung der angeblichen Mängel bis zum Wochenende nicht mehr möglich ist."
Über den Zustand der Bahnstrecke gibt es unterschiedliche Auffassungen. Die Bahnbetriebsleitung der DRE hält die Bahnstrecke für betriebs- und fahrfähig mit Geschwindigkeitsbeschränkungen in einzelnen Abschnitten. Eine rechtliche Prüfung bis zum Fahrtermin ist jedoch nicht mehr möglich, so dass die Fahrten abgesagt werden müssen. Hensel:" Wir sind sehr enttäuscht und entschuldigen uns bei allen Menschen, die sich auf die Fahrten gefreut hatten."
Die DRE arbeitet weiter zügig an der Beseitigung der vom Land genannten Mängel. Anschließend erfolgt eine erneute Prüfung durch das Verkehrsministerium. Wenn diese positiv erfolgt ist, sollen die Fahrten schnellstmöglich nachgeholt werden. Hensel betont, dass am Ziel der Reaktivierung der Bahnstrecke festgehalten werde und in den letzten Wochen viel Zustimmung und Unterstützung erfahren habe. " Wir werden weiter kämpfen."
 

angedachter Fahrplan Sonderfahrten zum Martinimarkt
Bericht der Volksstimme
 
 

 
Reaktivierungsgesuch an Minister Webel
 

12.7.2017:
 
Herrn
Präsidenten des
Deutschen Bahnkunden-Verbands
Gerhard J. Curth
Charlottenbug
Wilmersdorfer Straße 113/114
10627 Berlin
 
 
Jeetze(l)talbahn
Dannenberg – Lüchow – Salzwedel – Klötze - Wolfsburg
 
Sehr geehrter Herr Curth,
 
wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie bei Ihrem Besuch bei Herrn Minister Webel das Thema Jeetze(l)talbahn setzen könnten.
Seitens von Bürgern und Vertretern der Wirtschaft wird immer mehr die Verkehrssituation zwischen Lüchow und Salzwedel diskutiert, aus der meist die Forderung nach dem Lückenschluß und der Weiterführung über Klötze hinaus Richtung Oebisfelde – Wolfsburg erwächst. Die werktägliche Parkplatz-Situation am Salzwedeler Bahnhof und der Straßenverkehr aus der westlichen Altmark Richtung Wolfsburg, wofür jetzt auch eine Busverbindung geschaffen wurde, dürfte ein Reaktivierungsprojekt rechtfertigen. Die an dieser Achse liegenden Zulieferbetriebe für VW würden durchaus einem Schienentransport nähertreten.
Viele Argumente sprächen für die Entwicklung der Jeetze(l)talbahn: - Täglich pendeln 3.000 Menschen aus Sachsen-Anhalt in den Landkreis Lüchow- Dannenberg. Die größte Pendlergruppe aus den umliegenden Bundesländern.
- Wolfsburg als norddeutsche Stadt mit den höchsten Wachstumswerten trotz Dieselgate hat für das nordöstliche Niedersachsen eine große Bedeutung für den Personen- und Güterverkehr. Deswegen setzt sich nicht nur die IHK Lüneburg für den Bau der A 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg ein. Die Jeetze(l)talbahn als "B 39 (Bahn)" würde die strukturschwachen Regionen Lüchow-Dannenberg, westliche Altmark und das östliche Kreisgebiet von Lüneburg sowohl an die Boomtown Wolfsburg als auch an die Universitätsstadt Lüneburg und die Metropolregion Hamburg anbinden, während die A 39 Uelzen, Celle und Gifhorn mit den Boom-Regionen verbindet.
Die J-Bahn wäre so eine länderübergreifende Stärkung eines anderen ländlichen, dünn besiedelten Raumes als Ergänzung zur A 39.
- Die westliche Altmark ist eine der größten Regionen ohne täglichen Bahnverkehr und gemeinsam mit der brandenburgischen Prignitz von hoher Abwanderung in Gegenwart und Zukunft betroffen. Zur Stärkung des ländlichen Raumes wurde in Brandenburg seinerzeit der Prignitz-Express über Pritzwalk, Wittstock und Neuruppin beschleunigt und ausgebaut und z.B. in Nordrhein-Westfalen der Märkische Kreis mit der Volmetalbahn an die Metropolen Köln und Ruhrgebiet. Daher sollte auch die Jeetze(l)talbahn ausgebaut werden, um die hiesigen Regionen an die Metropolen anzubinden.
Bitte versuchen Sie, den Minister diesbezüglich zu einem Dialog mit seinem niedersächsischen Amtskollegen zu bewegen.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Michael Schrader (Regionalvorsitzender)
 
DBV Regionalverband Altmark-Wendland e. V.



 
Bahnkundenverband will Runden Tisch für Bahnhof Beetzendorf und Bahnstrecke/ Keine Zuschüsse für DRE
 
4.2.2016 Der Deutsche Bahnkundenverband (DBV) Altmark-Wendland will einen gemeinsamen Runden Tisch für die Entwicklung des Bahnhofes Beetzendorf und der Bahnstrecke Salzwedel – Klötze einrichten.
Dabei sollen auch einige Missverständnisse insbesondere vom Beetzendorfer Bürgermeister Lothar Köppe ausgeräumt werden. Dieser hatte vor wenigen Wochen erklärt, dass die Sonderfahrten im Dezember lediglich der Gewährung von Zuschüssen für das Infrastrukturunternehmen Deutsche Regionaleisenbahn (DRE) diene. „Dies ist eindeutig nicht der Fall“, betont Roger Behn vom DBV-Vorstand. Aufgrund der hohen Überführungskosten und Trassenpreisen wurden trotz hoher Fahrgastzahlen bei den Fahrten der letzten beiden Jahren ein Verlust von insgesamt 3000 € eingefahren. Der DRE-Geschäftsführer Gerhard Curth hatte mit einer Privatspende von 1000 € den DBV unterstützt und die restliche Summe wurde von Vorstandsmitgliedern vorgeschossen.
Das Infrastrukturunternehmen DRE war aus dem Bahnkundenverband vor zwanzig Jahren hervorgegangen, um möglichst viele von der Stillegung bedrohte Bahnstrecken zu erhalten. Das Unternehmen beschäftigt zwei Mitarbeiter aus dem Altmarkkreis, die sich um die Strecken im nördlichen Sachsen-Anhalt und dem Wendland kümmern. Würde die Bundesregierung zusammen mit den Ländern den Schienenverkehr nicht ständig chronisch unterfinanzieren, könnte sich die DRE und andere Eisenbahninfrastrukturunternehmen zusätzliche Angestellte zur Streckenpflege leisten.
Die verfehlte Verkehrspolitik zeigt sich auch in der Benachteiligung der Bahn gegenüber Fernbussen und LKW, die keine bzw. nur ungenügende Straßenmaut zahlen. So wurde die von der Bundesregierung geplante Ausdehnung der LKW-Maut auf alle Bundesstraßen von ihr nahezu bis zur Unkenntlichkeit verwässert. Aber auch in der Altmark fahren hunderte Lastwagen zur Fa. Glunz oder Jackon und belasten die Straßen und deren Anwohner und produzieren damit Kosten für Landkreis und Gemeinden.
Der Bahnkundenverband erwartet von Bürgermeister Köppe und den Bundes-und Landtagsabgeordneten der Altmark mehr Einsatz für die Bahnstrecke Salzwedel – Oebisfelde. Mit einer Reaktivierung der Bahn könnte die gesamte Region besser angebunden und als Wohnstandort attraktiver werden.
Als ersten Schritt soll nun ein Runder Tisch mit Gemeinde, Politik, Anwohnern und Unterstützern für Bahnhof und Bahn eingerichtet werden, um erste Maßnahmen wie der Verschönerung des Bahnhofsumfeldes und Aktivitäten auf der Bahnstrecke einzuleiten. „Der Bahnkundenverband erwartet eine konstruktive Mitarbeit von Bürgermeister Köppe“, erklärt DBV-Vorstandsmitglied Roger Behn abschließend.

 

 
Baumkuchen-Express von Salzwedel nach Klötze
 

 
Einfahrt des Direktzuges von Stendal nach Klötze in den Salzwedeler Hauptbahnhof

 
Bahnhof Klötze

 
Endstation Kuhfelde

 
Auch im Jahr 2015 konnte der Regionalverband Altmark-Wendland des Deutschen Bahnkunden-Verbandes wieder einen Triebwagen der ODEG auf die Gleise stellen. Als Besonderheit wurden am 13. Dezember Personenzugläufe angeboten, die es so in der Geschichte der Bahnstrecke nur selten bis überhaupt nicht gegeben haben dürfte. Zum einen konnte man am Morgen von Stendal ohne umzusteigen über Salzwedel nach Klötze fahren, am Abend ebenso wieder zurück, zum anderen gab es eine Kurzverbindung von Salzwedel-Altstadt mit der Endstation Kuhfelde.
Durch heftige Sturmböen eingeleitet, beruhigte sich das Wetter, klarte auf, was einige der rund 510 Fahrgäste, darunter knapp 100 Kinder, dazu nutzten, um einen Spaziergang durch Dambeck oder Kuhfelde zu machen.
Trotz der guten Fahrgastzahlen waren die Fahrten, u. a. auch wegen der Überführungskosten inkl. Trassenentgelte, nicht kostendeckend. Auf die Dauer kann der Verein diese Defizite nicht alleine schultern. Um die Sonderfahrten auch in der Zukunft durchführen zu können, wäre es schön, wenn es einen Förderkreis von Personen oder Firmen gäbe, die uns mit einem jährlichen Jahresbetrag unterstützen würden. 800 Förderer a´ 5,- Euro jährlich, und die Sonderzüge sind für die nächsten Jahre gesichert.

 
Zeitungsbericht: Die Bahn kommt; Volksstimme vom 13.12.15
 

 
Draisinenfest am 25. Okt. 2015 in Klötze
 

 
Zeitungsbericht: Mit Muskelkraft über die Schiene; Volksstimme vom 26.10.15
 
 

 
Bahnlinie sucht Namen
 

Generalanzeiger Altmark-West vom 22.7.15, Seite 2
 
 

 
Nach 12 Jahren wieder ein Zug von Salzwedel nach Klötze !
 

Vorbericht Generalanzeiger Altmark-West S. 1

Vorbericht Generalanzeiger Altmark-West S. 2

Nachbericht Salzwedeler Volsstimme
 
 

 
 
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