Die Mildebahn*
 

 

Geschichte: Der Streckenabschnitt der Mildebahn (Hohenwulsch - Badel) wurde am 18. Dezember 1899 im Rahmen der AG Kleinbahn Bismark-Calbe-Beetzendorf-Diesdorf, die Ihren Sitz in Calbe an der Milde hatte, eröffnet. Nach Fusionen und Umbenennungen erfolgte auf dem Teilstück Kalbe - Badel (-Beetzendorf) am 10.3.1991 die Einstellung des Personenverkehrs; Güter wurden noch bis Ende 1993 befördert. Ein Jahr später erlitt der Gütertransport auf dem verbliebenen Teilstück von Kalbe bis nach Hohenwulsch das gleiche Schicksal. Etwas länger konnte sich der Personenverkehr halten. Der letzte Triebwagen fuhr hier am 9.6.2001 (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Altm%C3%A4rkische_Kleinbahn, Stand 7.10.13)
 
*Beim Begriff "Mildebahn" handelt es sich um einen Namensvorschlag.

Streckenkarte Mildebahn

Streckenkarte der Mildebahn
 
 

 
21. Juli 2019: Der Gleisabbau zwischen Hohenwulsch und Bismark hat begonnen (Mildebahn)
 


 
Bagger zwischen Hohenwulsch und Bismark (Blickrichtung Bismark)

 
Es war einmal... Wieder eine Chance zur Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene vertan.
 
 

 
Wildwest in Kalbe an der Milde
 

1.5.2018: Äußerst schlechte Nachrichten gibt es von der Mildebahn. Im letzten Jahr hat eine Firma aus Portugal den Lokschuppen in Kalbe sowie einige der nicht zur Hauptstrecke gehörenden Flächen erworben. Vor einigen Wochen wurde mit fragwürdigen und zum Teil gesetzeswidrigen Mitteln angefangen dort "aufzuräumen". Wie der DBV im März erfuhr, machte man sich auch an den im Lokschuppen befindlichen Fahrzeugen zu schaffen. Diese gehören seit der Auflösung des Kleinbahnvereins Kalbe (Milde) dem DBV RV Altmark-Wendland und waren nie Bestandteil des Lokschuppenkaufes. Wie der 1. Vorsitzende des Vereins, Michael Schrader, feststellen mußte, ist die kleine Diesellokomotive wohl schon seit Herbst letzten Jahres verschwunden. Auch wurde auf Drängen der portugiesischen Firma ein Güterwagen von einem Unternehmen aus Niedersachsen verschrottet; die anderen sollten folgen. Michael Schrader konnte dies in letzter Minute verhindern.
Ferner wurden ca. 150m vom Hauptgleis demontiert. Nachfragen von Michael an die vor Ort weilenden Vertreter von DB-Immobilien wurde von diesen mit einem Betretungsverbot des DB-Geländes für ihn beantwortet. Auch das Hauptgleis stand nicht zum Verkauf. Darüber hinaus fällte man Bäume in der Schonzeit. Die Polizei wie auch die untere Naturschutz sind mittlerweile tätig geworden. Seitens des Vereins wird versucht den entstandenen Schaden für die nicht mehr existierenden Fahrzeuge anwaltlich einzufordern. Ein Erfolg in dieser Sache ist allerdings sehr fraglich.
Die Mildebahn war Teil eines Abkommen (LOI/Letter of intent) zwischen dem Deutschen Bahnkunden-Verband (DBV), daß von der Verschrottung bedrohte Strecken noch einmal auf den Prüfstand einer möglich Schienenverkehrsnutzung gestellt werden sollten. Der Negativnachrichten nicht genug, stellte sich nun heraus, das die DB die Strecke schon 2015 entgegen dem Abkommen entwidmen ließ. Verhandlungen u. a. mit dem Kiesgrubenbetreiber in Vahrholz hinsichtlich von Gütertransporten auf der Bahnstrecke sind damit mehr oder weniger gegenstandslos geworden. Damit stirbt vermutlich wieder eine Strecke, stirbt eine Option, Verkehr auf die Schiene zu verlagern.  
 


Bahnhofsgebäude Kalbe (Rückseite) (23.3.2018)

Lokschuppen (23.3.18)

Rangiergleise (23.3.18)
 

 
Reaktivierungsgesuch an Minister Webel
 

12.7.2017:
 
Herrn
Präsidenten des
Deutschen Bahnkunden-Verbands
Gerhard J. Curth
Charlottenbug
Wilmersdorfer Straße 113/114
10627 Berlin
 
 
Kalbe (Milde) – Hohenwulsch – Stendal - Tangermünde
 
Sehr geehrter Herr Curth,
 
im Hinblick auf Ihren bevorstehenden Besuch bei Herrn Minister Webel bittet Sie der DBV-Altmark-Wendland, die Thematik „Mildebahn“ dort anzusprechen und um politische Unterstützung zu bitten. Nach dem Verkauf der Schürfgrube in Vahrholz an das örtliche Unternehmen, Steinfelder Kies- & Sand-GmbH, ergibt sich eine neue Interessenlage für die Reaktivierung der Mildebahn. In einem Gespräch im Januar 2017 mit der Geschäftsleitung wurde vereinbart, dass der DBV die Strecke über den LOI DB Netz/DBV anmeldet. Begünstigend kommt hinzu, dass mit dem Masterplan für den Schienengüterverkehr und der daraus resultierenden Trassenpreishalbierung, nach Branchenuntersuchungen, Holz, Flüssigstoffe und Schüttgüter der Bahntransport im Direktverkehr A nach B unter dem Lkw liegen soll. Dies würde für die Reaktivierung der Mildebahn Hohenwulsch – Kalbe sprechen. Zur Effizienzsteigerung unter Hinweis auf die touristischen Aspekte (Kurbetrieb Kalbe; Tourismus Bismark) könnte auch die Wiederaufnahme des SPNV beitragen. Wir würden hier dringend vorschlagen, die stets bedrohte Verbindung Tangermünde – Stendal mit Hohenwulsch – Kalbe zu verknüpfen. Diese Regionalbahn könnte auch die gefährdeten Bahnhöfe Kläden und Steinfeld einbeziehen. Mit Ausnahme von Kalbe wäre dies ein innerkreislicher SPNV, zu dessen Durchführung u.U. auch eine Variante nach dem „Schmiedeberger Modell“ zu überlegen wäre. Mit Interesse erwarten wir Ihre Information aus dem Gespräch.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Michael Schrader (Regionalvorsitzender)
 
DBV Regionalverband Altmark-Wendland e. V.



 

3.11.2013: Ende Oktober trafen sich Vertreter des Kleinbahnvereins Kalbe (Milde) sowie des DBV Regionalverbandes Altmark-Wendland um über die weitere Zukunft der Bahnstrecke von Badel nach Hohenwulsch zu beraten. Einhellig war man der Auffassung, das die Strecke unbedingt erhalten bleiben muß, zumindest als Tourismus- und Bürgerbahn. Es sollen neue Anstrengungen für eine Wiederbelebung des Schienenstranges und zum Erhalt des historisch nicht ganz unbedeutenden Lokschuppens unternommen werden. Hierzu soll die Deutsche Regionaleisenbahn DRE gebeten werden, einen Kostenplan bzgl. eines Betriebes und Unterhaltes zu erstellen sowie sich mit der Deutschen Bahn hinsichtlich einer Übernahme oder Pacht der Strecke in Verbindung zu setzen.
Bisher läßt die DB die Bahnlinie nebst Lokschuppen leider immer mehr verkommen, ja, untersagt es den Mitgliedern des Kleinbahnvereins sogar erhaltende Arbeiten durchführen zu können. Dabei hat nach Meinung der Teilnehmer die DB eine gewisse moralische Verpflichtung, ihnen den einst aus Steuermitteln der Bürgerinnen und Bürgern geschaffenen Verkehrsweg nicht vorzuenthalten. Nicht die Erlösmaximierung bei einem Verkauf, um sie dann womöglich noch in die Speditionssparte der Deutschen Bahn einfließen zu lassen, sondern die Nutzung für den Bahnverkehr muß ausschlaggebend sein.
Sollte es zu einer Wiedereröffnung kommen, wird zur Attraktivitätssteigerung die Schaffung eines zusätzlichen Haltepunktes Kalbe - Klinik angestrebt. Dieser läge nur wenige hundert Meter von der Median-Klinik oder der Burgruine entfernt. Klar war man sich bei allen Plänen, daß die Strecke, auch unter dem Gesichtspunkt der Benachteilung der Schiene gegenüber der Straße, ohne ein Mindestmaß an Bürgerengagement nicht zu halten sein wird. Hilfreich könnte hierbei die Gründung eines Pools von Dauerförderern sein, die mit einem jährlichen Förderbetrag zum Unterhalt der Mildebahn beitragen.

 
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